Analyse der wichtigsten Softwaresegmente
1. Buchhaltungssoftware: viel Nachfrage und maximaler Konkurrenzdruck
„Buchhaltungssoftware“ erreicht durchschnittlich 4.400 Suchanfragen pro Monat. Der Wettbewerbsindex liegt bei 99 von 100, die Gebotsspanne zwischen 6,11 und 30,45 Euro. Damit gehört Buchhaltungssoftware zu den größten und gleichzeitig am stärksten umkämpften generischen SaaS-Kategorien der Analyse.
Noch interessanter wird der Markt bei der Differenzierung nach Zielgruppen.
| Suchbegriff | Ø Suchen | Wettbewerb | Gebotsspanne |
|---|
| buchhaltungssoftware für kleinunternehmer | 1.300 | Hoch, 100 | 4,74–27,02 € |
| buchhaltungssoftware vergleich | 390 | Hoch, 90 | 5,82–28,23 € |
| buchhaltungssoftware für freiberufler | 210 | Hoch, 100 | 6,19–31,00 € |
| buchhaltungssoftware für gmbh | 210 | Hoch, 98 | 6,67–24,35 € |
| online buchhaltungssoftware | 170 | Hoch, 90 | 6,95–35,46 € |
| buchhaltungssoftware für handwerker | 140 | Hoch, 78 | 5,41–19,90 € |
Das Marktpotenzial entsteht somit nicht allein über den generischen Begriff. Es verteilt sich auf Unternehmensgrößen, Rechtsformen, Berufsgruppen, Branchen und technische Anforderungen.
Ein Freiberufler benötigt meist eine andere Lösung als eine GmbH mit mehreren Mitarbeitern. Ein Handwerksbetrieb legt Wert auf andere Abläufe als eine Agentur oder ein Buchhaltungsbüro. Selbst wenn mehrere Zielgruppen denselben Oberbegriff verwenden, unterscheiden sich Produktanforderungen und potenzieller Kundenwert erheblich.
Für einen neuen Anbieter wäre es daher schwierig, ausschließlich über „Buchhaltungssoftware“ effizient zu skalieren. Präzisere Segmente wie Kleinunternehmer, Freiberufler, GmbHs oder Handwerksbetriebe bieten zwar weniger Reichweite, erlauben aber eine klarere Bewertung von Produktpassung und wirtschaftlichem Potenzial.
Vergleichs- und Wechselnachfrage
Im Buchhaltungsmarkt gibt es außerdem zahlreiche direkte Anbieter-Vergleiche. Solche Suchanfragen besitzen häufig nur ein kleines Volumen, entstehen aber in einer fortgeschrittenen Phase der Kaufentscheidung.
Einzelne Varianten erreichen außergewöhnlich hohe obere Gebotswerte. Diese Werte sollten nicht als realistischer durchschnittlicher CPC verstanden werden. Sie zeigen jedoch, dass Anbieter Nutzer in einer konkreten Vergleichs- oder Wechselentscheidung als besonders wertvoll einstufen.
Für die Marktanalyse ist diese Nachfrage wichtiger als ihre reine Reichweite vermuten lässt. Bereits wenige qualifizierte Wechselinteressenten können wirtschaftlich relevant sein, wenn der durchschnittliche Vertragswert und die Kundenbindung hoch genug sind.
2. CRM, Lead Management und ERP: große Reichweite mit gemischter Intention
Der größte CRM-Begriff der Analyse ist „CRM Software Customer Relationship Management“ mit 6.600 Suchanfragen, einem niedrigen Wettbewerbsindex von 21 und Geboten zwischen 1,99 und 10,03 Euro.
Das hohe Volumen umfasst jedoch unterschiedliche Bedürfnisse. Ein Teil der Nutzer recherchiert die Bedeutung von CRM, ein anderer sucht nach Funktionsübersichten, konkreten Systemen oder Lösungen für Vertrieb und Marketing.
„Lead Management Software“ ist mit 210 Suchanfragen wesentlich kleiner, besitzt aber eine Gebotsspanne von 7,84 bis 18,43 Euro. Die untere Gebotsspanne ist damit fast viermal so hoch wie beim großen CRM-Oberbegriff. Der konkrete Anwendungsfall wird vom Werbemarkt deutlich höher bewertet als die allgemeine Produktkategorie.
Beim ERP-Markt zeigt sich ein ähnliches Muster:
- „ERP Software Enterprise Resource Planning“ erreicht 2.900 Suchanfragen bei Geboten von 4,43 bis 16,11 Euro.
- „ERP Management“ kommt auf 140 Suchanfragen und 2,30 bis 8,80 Euro.
- „ERP System Definition“ erreicht 1.300 Suchanfragen, aber lediglich 0,87 bis 3,01 Euro.
Das große Volumen rund um Definitionen und Grundlagen bildet also nicht automatisch eine entsprechend große Zahl konkreter Softwareprojekte ab.
Für ERP-Anbieter liegt die attraktivere Nachfrage häufig in branchenspezifischen Anforderungen, Ablösung bestehender Systeme, konkreten Modulen, Unternehmensgrößen und Integrationen. Ein produzierendes Unternehmen, ein Großhändler und ein Dienstleister suchen möglicherweise alle nach ERP-Software, erwarten jedoch vollkommen unterschiedliche Lösungen.
3. Projektmanagementsoftware: großer Markt mit auffälligen Keywordvarianten
Projektmanagement gehört zu den reichweitenstärksten Softwaresegmenten:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Wettbewerb | Gebotsspanne |
|---|
| projekt management software | 4.400 | Niedrig, 9 | 5,63–21,81 € |
| projektmanagement tools | 3.600 | Hoch, 68 | 4,97–36,91 € |
| projektmanagement software | 1.600 | Mittel, 62 | 6,30–27,84 € |
| projektplanung software | 260 | Mittel, 39 | 5,07–23,08 € |
| online projektmanagement tool | 210 | Niedrig, 14 | 11,17–36,81 € |
| projektcontrolling software | 140 | Mittel, 48 | 6,57–17,71 € |
Auffällig ist, dass bereits kleine Veränderungen der Schreibweise zu stark unterschiedlichen Wettbewerbs- und Volumenwerten führen. Der getrennt geschriebene Begriff „Projekt Management Software“ besitzt einen Wettbewerbsindex von nur 9, während „Projektmanagement Software“ bei 62 liegt.
Diese Werte sollten nicht als vollkommen getrennte Märkte interpretiert werden. Sie zeigen vielmehr, dass die Nachfrage von deutschen, englischen und gemischten Produktbezeichnungen geprägt ist. Nutzer suchen beispielsweise nach:
- Projektmanagementsoftware,
- Projekt Management Software,
- Project Management Tool,
- Projektplanung Software,
- Projektverwaltung,
- Ressourcenplanung,
- Multiprojektmanagement.
Für die Marktbetrachtung müssen diese Begriffe zu Themenclustern zusammengefasst werden, ohne die identischen oder ähnlichen Volumina einfach zu addieren.
Gleichzeitig ist eine klare Trennung zwischen Methodenwissen und Softwareauswahl notwendig. „Agil Projektmanagement“ erreicht ebenfalls 3.600 Suchanfragen, die Gebotsspanne liegt jedoch nur zwischen 1,15 und 3,30 Euro. Trotz identischer Reichweite ist der Begriff wirtschaftlich erheblich schwächer als „Projektmanagement Tools“.
4. CMS, ECM und Dokumentenmanagement: ein Oberbegriff, viele unterschiedliche Käufer
„Content Management Systeme“ erreicht 2.900 Suchanfragen pro Monat. Die Gebotsspanne reicht von 3,88 bis 49,39 Euro. Diese außergewöhnlich breite Spanne deutet auf sehr unterschiedliche Nutzergruppen und Projektgrößen hin.
Unter einem CMS kann ein Interessent eine einfache Websiteverwaltung, ein Open-Source-System, ein Headless CMS, eine Enterprise-Plattform oder eine umfassende Digital-Experience-Lösung verstehen.
Der Begriff „CMS System“ erreicht 880 Suchanfragen und eine obere Gebotsspanne von 58,34 Euro. „Enterprise Content Management Systeme“ kommt auf 590 Suchanfragen und Gebote bis 29,99 Euro.
Auch im Dokumentenmanagement existiert ein substanzieller Suchmarkt:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Wettbewerb | Gebotsspanne |
|---|
| dokumentenmanagementsystem | 1.900 | Hoch, 68 | 3,02–12,38 € |
| dokumentenmanagement software | 390 | Hoch, 73 | 3,32–12,47 € |
| dokumentenmanagement dms | 170 | Mittel, 56 | 2,71–14,58 € |
| software dms | 170 | Mittel, 66 | 4,07–13,33 € |
| digitales dokumentenmanagement software | 30 | Hoch, 89 | 5,87–19,21 € |
| dokumentenmanagement software vergleich | 10 | Mittel, 64 | 3,03–24,52 € |
DMS-Anbieter sollten den Markt nicht nur über das Produktlabel bewerten. Wirtschaftlich relevante Nachfrage entsteht ebenfalls rund um Archivierung, digitale Akten, Freigabeprozesse, Compliance, Dokumentenworkflows und Schnittstellen zu bestehenden Unternehmenssystemen.
Das Volumen einzelner spezifischer Suchbegriffe ist klein. In der Summe bilden sie jedoch einen breiten Longtail aus konkreten Problemen und technischen Anforderungen.
5. Helpdesk- und Ticketsysteme: einer der wirtschaftlich attraktivsten Märkte
Helpdesk-Software ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, dass ein mittlerer Wettbewerbsindex nicht mit niedrigen Geboten gleichzusetzen ist.
„Helpdesk Software“ erreicht 1.600 monatliche Suchanfragen. Der Wettbewerbsindex liegt lediglich bei 35, die Gebotsspanne aber bei 12,99 bis 57,17 Euro.
Weitere Begriffe bestätigen die hohe wirtschaftliche Bedeutung:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Wettbewerb | Gebotsspanne |
|---|
| helpdesk software | 1.600 | Mittel, 35 | 12,99–57,17 € |
| ticket system it support | 210 | Mittel, 42 | 11,13–56,52 € |
| helpdesk ticket system | 210 | Mittel, 41 | 13,06–44,43 € |
| service ticket system | 30 | Mittel, 40 | 12,58–44,84 € |
| ticketsystem it dienstleister | 10 | Hoch, 74 | 7,89–39,70 € |
Diese Gebote deuten auf ein B2B-Segment hin, in dem ein gewonnener Kunde einen hohen Vertragswert besitzen kann. Gleichzeitig ist das generische Volumen groß genug, um kontinuierlich neue Nachfrage zu erreichen.
Der Markt reicht allerdings von einfachen internen Ticketsystemen bis zu umfangreichen IT-Service-Management- und Customer-Service-Plattformen. Eine hohe Zahl von Klicks sagt deshalb noch wenig über die Qualität der erreichten Unternehmen aus.
Auch kostenlose Varianten bilden einen eigenen Teilmarkt. „Kostenloses Ticketsystem“ erreicht 140 Suchanfragen und Gebote zwischen 4,68 und 17,41 Euro. Für einen Anbieter ohne dauerhaft kostenlose Produktversion kann dieser Teil der Nachfrage trotz vergleichsweise hoher Gebote unwirtschaftlich sein.
„E Mail Marketing Software“ erreicht 3.600 Suchanfragen und Gebote zwischen 9,48 und 34,10 Euro. Damit kombiniert das Segment große Reichweite mit einer deutlich erkennbaren kommerziellen Nachfrage.
Auch „E Mail Marketing Tools“ ist mit 590 monatlichen Suchanfragen und Geboten von 8,43 bis 30,60 Euro wirtschaftlich relevant.
Der Markt für Social-Media-Management-Software ist dagegen kleiner und niedriger bepreist:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Gebotsspanne |
|---|
| social media management tool | 480 | 2,25–10,37 € |
| social media posting tool | 90 | 2,29–9,17 € |
| social media management software | 40 | 2,24–8,88 € |
| social media management tools vergleich | 20 | 2,25–14,85 € |
E-Mail-Marketing besitzt damit sowohl mehr Reichweite als auch höhere Gebotssignale. Das kann mit der direkten Nähe zu Leads, E-Commerce-Umsätzen und Kundenkommunikation zusammenhängen.
Social-Media-Management ist stärker fragmentiert und steht häufiger im Wettbewerb mit kostenlosen Funktionen, einfachen Planungstools oder bereits in Plattformen enthaltenen Lösungen.
Für Anbieter von Marketingsoftware ist deshalb nicht nur die Menge der Suchanfragen relevant. Entscheidend ist, ob die gesuchte Funktion direkt mit einem messbaren Unternehmensprozess wie Leadgenerierung, Newsletterversand, Automatisierung oder Umsatzsteigerung verbunden ist.
7. Vertikale SaaS-Lösungen: kleines Volumen, aber hoher Kundenwert
Vertikale Softwareprodukte richten sich an klar definierte Branchen oder Unternehmensprozesse. Ihr Suchvolumen ist meist wesentlich kleiner als das generischer Produktivitätssoftware. Wirtschaftlich können sie dennoch sehr attraktiv sein.
Reisekostenabrechnungssoftware
„Reisekostenabrechnungssoftware“ erreicht nur 260 Suchanfragen pro Monat, die Gebotsspanne liegt aber bei 18,43 bis 91,68 Euro. Damit gehört der Begriff zu den teuersten relevanten generischen B2B-Keywords der Analyse.
Das geringe Volumen wird durch potenziell hohe Vertragswerte kompensiert. Unternehmen suchen hier nicht nach einer einzelnen kleinen Funktion, sondern häufig nach einem systematischen Prozess für viele Mitarbeiter, Genehmigungsabläufe, Belege, Kreditkarten und Buchhaltungsintegrationen.
Flottenmanagement
„Flottenmanagement Software“ erreicht 390 Suchanfragen und Gebote zwischen 8,37 und 22,30 Euro. Die umgekehrte Variante „Software Flottenmanagement“ besitzt nur 90 Suchanfragen, aber bereits eine untere Gebotsspanne von 13,46 Euro.
Das Segment ist kleiner als Projektmanagement oder Buchhaltung, besitzt aber eine klar erkennbare B2B-Ausrichtung. Entscheidend sind typischerweise die Anzahl der Fahrzeuge, Fuhrparkprozesse, Telematik, Kostenkontrolle und Compliance-Anforderungen.
Baustellenmanagement
„Baustellenmanagement Software“ kommt auf 50 monatliche Suchanfragen, einen hohen Wettbewerbsindex von 76 und Gebote zwischen 5,67 und 14,22 Euro.
Ein einzelner Begriff liefert kaum Skalierung. In Verbindung mit Bauzeitenplanung, Baudokumentation, Bautagebuch, Mängelmanagement, Mitarbeiterplanung und mobilen Anwendungen kann daraus dennoch ein relevanter Suchmarkt entstehen.
Apothekensoftware
„Apotheken Software“ erreicht 170 Suchanfragen bei Geboten zwischen 1,93 und 6,64 Euro. Die vergleichsweise niedrigen Werte können auf einen kleineren, stark spezialisierten und von etablierten Lösungen geprägten Markt hinweisen.
Vertikale SaaS-Kampagnen benötigen deshalb nicht zwingend ein großes generisches Keywordset. Wichtiger ist eine vollständige Abdeckung der branchenspezifischen Prozesse, Funktionen und Wechselgründe.
8. CAD, CAM und PLM: hohe Produktnachfrage, aber niedrigere generische Gebote
Im technischen Softwaremarkt dominieren konkrete Produktnamen, technische Kategorien und Suchen nach kostenfreien Varianten.
Der allgemeine Begriff „CAD CAM“ erreicht 1.300 Suchanfragen und Gebote zwischen 1,36 und 6,35 Euro. Damit liegt die Monetarisierung deutlich unter den Werten von Helpdesk-, Buchhaltungs- oder Reisekostensoftware.
Weitere Beispiele:
- „Fusion 360 Freeware“: 2.900 Suchanfragen, 0,44–1,98 Euro.
- „Siemens PLM NX“: 4.400 Suchanfragen, 0,91–3,78 Euro.
- „Tebis CAD CAM“: 1.000 Suchanfragen, 3,25–5,12 Euro.
- „Hypermill“: 880 Suchanfragen, 1,45–1,90 Euro.
- „ZW3D“: 260 Suchanfragen, 1,96–48,75 Euro.
Die großen Volumina sind hier häufig technisch-informativ, produktbezogen oder auf kostenfreie Nutzung ausgerichtet. Das erklärt, warum selbst bekannte Produktbegriffe nicht automatisch hohe Gebote erreichen.
Für CAD- und CAM-Anbieter entsteht die wirtschaftlich relevantere Nachfrage häufig über Fertigungsverfahren, Branchen, Maschinenumgebungen, Dateiformate, Integrationen und konkrete Wechselanforderungen.
„ZW3D“ zeigt gleichzeitig, dass einzelne Produktsegmente durchaus hohe obere Gebotswerte erreichen können. Der Markt ist also nicht grundsätzlich günstig, sondern stark von der jeweiligen Lösung und Wettbewerbssituation abhängig.
9. Passwortmanagement: Consumer- und Enterprise-Markt sind zwei verschiedene Welten
Der allgemeine Passwortmanager-Markt ist stark consumerorientiert:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Gebotsspanne |
|---|
| passwort manager android | 2.900 | 0,43–1,38 € |
| passwort manager kostenlos | 1.600 | 0,79–3,75 € |
| bester passwort manager | 1.300 | 0,75–3,60 € |
| passwort manager test | 1.000 | 0,79–3,64 € |
| passwort manager app | 720 | 0,58–3,32 € |
Der Enterprise-Markt besitzt nur einen Bruchteil dieser Reichweite, aber vollkommen andere Preise:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Gebotsspanne |
|---|
| enterprise passwort manager | 50 | 34,28–121,66 € |
| passwort manager für unternehmen vergleich | 20 | 8,74–68,63 € |
| passwort manager für kleine unternehmen | 10 | 15,46–101,99 € |
| passwort manager für teams | 10 | 17,31–95,36 € |
Eine gemeinsame wirtschaftliche Bewertung beider Märkte wäre irreführend. Die Zielgruppen unterscheiden sich bei Preis, Administration, Zugriffsrechten, Compliance, Rollenmodellen und Kaufprozess grundlegend.
Für Enterprise-Anbieter liegt das Potenzial deshalb nicht im großen Consumer-Volumen. Der Wert konzentriert sich auf wenige Dutzend hochrelevante Suchanfragen sowie angrenzende Themen wie zentrale Administration, Teamsicherheit und Zugriffsmanagement.
Dieses Segment kann trotz sehr kleiner Reichweite attraktiv sein, wenn ein einzelner Vertragsabschluss einen hohen jährlichen Umsatz erzeugt. Für günstige Self-Service-Produkte wären Gebote von 50 oder 100 Euro pro Klick dagegen kaum zu rechtfertigen.
10. Lernmanagementsysteme: riesiges Kürzel, kleiner B2B-Kern
„LMS“ ist mit 18.100 monatlichen Suchanfragen der größte Kategoriebegriff der Analyse. Der Wert sollte jedoch nicht als 18.100 potenzielle Unternehmenskunden interpretiert werden.
Konkretere Suchbegriffe sind wesentlich kleiner:
| Suchbegriff | Ø Suchen | Wettbewerb | Gebotsspanne |
|---|
| lernmanagementsysteme | 140 | Mittel, 40 | 4,46–26,69 € |
| lernplattform lms | 140 | Mittel, 35 | 3,74–20,25 € |
| ilias lms | 110 | Mittel, 37 | 0,85–10,06 € |
| lms für unternehmen | 70 | Niedrig, 21 | 13,98–59,92 € |
| beste lms | 10 | Hoch, 69 | 17,41–42,38 € |
„LMS für Unternehmen“ erreicht weniger als 0,4 Prozent des Volumens von „LMS“, besitzt aber eine rund sechsmal höhere untere Gebotsspanne. Das allgemeine Kürzel ist daher vor allem ein Reichweitenbegriff, während die wirtschaftliche B2B-Nachfrage in kleinen, konkreten Segmenten liegt.
Weitere relevante Teilmärkte entstehen rund um Mitarbeiterentwicklung, Compliance-Schulungen, Partnertraining, Onboarding, Schulungsverwaltung und branchenspezifische Lerninhalte.
Für einen B2B-LMS-Anbieter kann ein kleines Keyword mit 50 oder 70 Suchanfragen daher wertvoller sein als ein allgemeiner Begriff mit fünfstelliger Reichweite.
Wie sich der adressierbare Suchmarkt zusammensetzt
Der relevante Google-Ads-Markt für SaaS besteht nicht aus einer einzigen Art von Suchanfrage. Er lässt sich in mehrere wirtschaftlich unterschiedliche Bereiche unterteilen.
- Produkt- und Kategoriesuchen: Begriffe wie „Buchhaltungssoftware“, „Helpdesk Software“, „Projektmanagement Tools“ oder „Dokumentenmanagementsystem“ schaffen die größte Reichweite. Sie lassen aber häufig noch offen, welche Unternehmensgröße oder Branche dahintersteht.
- Zielgruppen- und Anwendungssuchen: Suchanfragen wie „LMS für Unternehmen“, „Buchhaltungssoftware für Freiberufler“ oder „Ticketsystem IT Dienstleister“ sind kleiner, aber wesentlich präziser.
- Vergleichs- und Alternativsuchen: Begriffe mit „Vergleich“, „Alternative“ oder „beste Software“ entstehen typischerweise während einer konkreten Auswahl.
- Integrations- und Schnittstellensuchen: Nutzer benötigen eine Lösung, die zu bestehenden Systemen passt (z.B. E-Commerce- oder Warenwirtschaftssysteme).
- Kostenlose und informationelle Nachfrage: Begriffe mit „kostenlos“, „Freeware“, „Definition“ oder „Vorlage“ erzeugen teilweise große Reichweiten, deren Wert stark vom Geschäftsmodell abhängt.
Was die Marktanalyse für die Kampagnenstruktur bedeutet
Die Daten sprechen gegen eine Kampagnenstruktur, die ausschließlich auf wenigen großen Softwarebegriffen basiert. Ein sinnvoller Marktaufbau orientiert sich stattdessen an den wirtschaftlich unterschiedlichen Nachfragearten.
- Generische Kategorien schaffen Reichweite: Sie eignen sich für die Skalierung, benötigen aber eine genaue wirtschaftliche Bewertung.
- Anwendungsfälle und Zielgruppen schaffen Präzision: Die Skalierung entsteht hier durch die Kombination vieler kleiner Suchcluster.
- Enterprise- und Self-Service-Nachfrage dürfen nicht vermischt werden: Das Passwortmanager-Beispiel zeigt, dass sich Zielgruppen bei Vertragswert und Kaufprozess grundlegend unterscheiden.
- Vergleichssuchen bilden einen eigenen Teilmarkt: Sie sollten nicht mit frühen Informationssuchen zusammengefasst werden.
- Kostenlose Nachfrage braucht eine eigene Bewertung: Entscheidend ist, ob aus dieser Nutzergruppe später relevante zahlende Kunden entstehen.
Welche Klickpreise kann ein SaaS-Unternehmen wirtschaftlich tragen?
Die zulässigen Klickpreise lassen sich nicht aus den Gebotsspannen des Keyword Planners ableiten. Sie ergeben sich aus der eigenen Kundenökonomie.
Eine vereinfachte Formel lautet:
Maximal wirtschaftlicher CPC = zulässige Kundenakquisitionskosten × Klick-zu-Kunde-Rate
Ein Anbieter akzeptiert beispielsweise Kundenakquisitionskosten von 2.500 Euro. Wenn aus 100 Anzeigenklicks durchschnittlich 0,6 zahlende Kunden entstehen, liegt der rechnerisch maximal tragbare CPC bei:
2.500 Euro × 0,6 % = 15 Euro
Damit wäre ein Markt mit realen Klickpreisen von 10 bis 15 Euro grundsätzlich erreichbar. Ein Helpdesk-Begriff mit einer oberen Gebotsspanne von 57 Euro wäre dagegen nur wirtschaftlich, wenn der zulässige CAC wesentlich höher liegt oder die Klick-zu-Kunde-Rate deutlich besser ist.
Marktattraktivität der wichtigsten Segmente
| Segment | Reichweite | Kommerzielles Signal | Zentrale Herausforderung |
|---|
| Buchhaltungssoftware | Hoch | Hoch bis sehr hoch | Extrem starker Wettbewerb und viele Zielgruppen |
| CRM und ERP | Hoch | Mittel bis hoch | Breite und teilweise informationelle Nachfrage |
| Projektmanagement | Hoch | Hoch | Viele nahe Keywordvarianten und unterschiedliche Einsatzbereiche |
| Helpdesk und Ticketsysteme | Mittel bis hoch | Sehr hoch | Hohe Klickpreise und unterschiedliche Produktkomplexität |
| CMS und ECM | Hoch | Hoch | Sehr heterogene Projektgrößen |
| Dokumentenmanagement | Mittel | Mittel bis hoch | Stark prozess- und integrationsabhängig |
| E-Mail-Marketing | Hoch | Hoch | Volatile Volumenentwicklung |
| Social-Media-Management | Niedrig bis mittel | Eher moderat | Konkurrenz durch kostenlose und integrierte Funktionen |
| Unternehmens-LMS | Niedrig | Sehr hoch | Kleiner B2B-Kern innerhalb eines riesigen Oberbegriffs |
| Enterprise-Passwortmanagement | Sehr niedrig | Extrem hoch | Stark begrenzte Suchreichweite |
| Reisekostenabrechnung | Niedrig | Extrem hoch | Wenige, aber teure Suchanfragen |
| Flottenmanagement | Niedrig bis mittel | Hoch | Kleiner und schwankender Markt |
| CAD, CAM und PLM | Mittel bis hoch | Eher niedrig bis punktuell hoch | Hoher Anteil technischer, produktbezogener und kostenloser Nachfrage |
Märkte mit guter Kombination aus Reichweite und wirtschaftlichem Wert
Besonders attraktiv erscheinen Buchhaltungssoftware, Projektmanagement, Helpdesk- und Ticketsysteme, CMS beziehungsweise ECM sowie E-Mail-Marketing-Software.
Kleine, aber hochwertige Nischen
Reisekostenabrechnung, Enterprise-Passwortmanagement, Unternehmens-LMS, Flottenmanagement und spezialisierte Ticketsysteme besitzen nur eine begrenzte Reichweite, können aber durch hohe Vertragswerte sehr attraktiv sein.
Reichweitenstarke, aber schwer bewertbare Märkte
Besondere Vorsicht erfordern allgemeine Kürzel, methodische Suchanfragen, Consumer-Software, kostenlose Lösungen und technische Informationsbegriffe.
Fazit: Google Ads für SaaS ist ein Präzisionsmarkt
Der Google-Ads-Markt für SaaS und Software ist groß genug für planbare Kundengewinnung, aber zu fragmentiert für eine Strategie, die nur auf wenige generische Hauptkeywords setzt.
Die stärksten Suchvolumina liegen häufig bei breiten Kategorien, Kürzeln oder Informationsbegriffen. Die wirtschaftlich wertvollste Nachfrage findet sich dagegen in kleineren Segmenten: konkrete Anwendungsfälle, Unternehmenszielgruppen, Branchen, Vergleiche, Alternativen und Integrationen.
Ein Keyword mit 50 Suchanfragen kann für ein Enterprise-SaaS-Unternehmen wertvoller sein als ein allgemeiner Begriff mit 18.000 Suchen. Hohe Gebote sind deshalb nicht automatisch ein Problem. Problematisch sind teure Klicks ohne passende Kaufabsicht oder ausreichend hohen Kundenwert.
Die entscheidende Frage lautet nicht, welches Keyword die größte Reichweite besitzt. Entscheidend ist, hinter welchen Suchanfragen ein konkretes Problem, ein passendes Unternehmen und eine realistische Kaufentscheidung stehen. Erfolgreiche SaaS-Kampagnen gewinnen daher nicht, indem sie möglichst viel Software-Traffic einkaufen. Sie gewinnen, indem sie die kleinen, wirtschaftlich relevanten Teile des Marktes präzise identifizieren und getrennt bewerten.