PPC-Manager 2.0: Die wichtigsten Skills für PPC-Manager im KI Zeitalter
    Google Ads
    Home/Blog/Google Ads

    PPC-Manager 2.0: Die wichtigsten Skills für PPC-Manager im KI Zeitalter

    Philip Thomisch6 Min. Lesezeit

    Früher bestand der Arbeitsalltag eines SEA-Managers zu 70 % aus Fleißarbeit: Keyword-Recherche, das manuelle Anpassen von Geboten und das Erstellen von Anzeigentext-Variationen. Diese Tätigkeiten haben heute einen Marktwert von nahezu Null, da KI sie in Millisekunden erledigen. PPC Agenturen oder PPC Manager die relevant bleiben wollen, müssen sie die Wertschöpfungskette nach oben wandern. Dafür sind neue Skills notwendig.

    Betriebswirtschaftliche Kenntnisse

    Wenn KI wesentliche Teile der Kampagnensteuerung übernimmt, wird der PPC Manager zum strategischen marketingberater. Um diese Aufgabe überzeugend auszufüllen sind sehr solide betriebswirtschaftliche kenntnisse enorm hilfreich. Wer mit Begriffen wir Deckungsbeitrag, Lageumschlag oder Customer-Life-Time Value nicht anfangen kann, wird kaum strategische revante Beratung liefern können.

    1. Profitabilität vor blindem Umsatz Ein hoher ROAS (Return on Ad Spend) im Werbeaccount ist bedeutungslos, wenn die Marge durch hohe Produktkosten oder Rabatte aufgefressen wird. Der strategische Berater optimiert nicht auf den reinen Umsatz, sondern steuert die KI basierend auf dem Deckungsbeitrag. Nur wer versteht, wie viel nach Abzug der variablen Kosten tatsächlich für den Unternehmenserfolg übrig bleibt, kann Werbebudgets so verteilen, dass sie echten Gewinn statt nur „schönes Volumen“ generieren.
    2. Marketing als Taktgeber der Logistik Marketing ist kein Selbstzweck, sondern muss den Warenfluss effizient steuern. Ein Verständnis für den Lagerumschlag ermöglicht es dem PPC-Manager, Kampagnen als strategisches Ventil zu nutzen: „Penner-Artikel“ mit geringer Umschlagshäufigkeit werden durch gezielte Ads abverkauft, um Kapital freizusetzen, während bei knappen Lagerbeständen die Gebote gesenkt werden. So wird verhindert, dass Marketingdruck die Logistik überfordert oder teure Lagerleichen finanziert werden.
    3. Nachhaltige Skalierung Weil die Neukundenakquise immer teurer wird, ist der Customer Lifetime Value (CLV) der wichtigste Hebel für die Budgetierung. Ein strategischer PPC-Berater weiß, dass ein hoher Cost-per-Acquisition (CPA) heute gerechtfertigt sein kann, wenn der Kunde über Jahre hinweg profitabel bleibt. Durch dieses Wissen kann er der KI wertbasierte Signale geben (Value-Based Bidding), um gezielt die Käufersegmente anzusprechen, die den langfristigen Unternehmenswert steigern, statt nur kurzfristige Einmalkäufe zu jagen.

    Wenn wir unsere Kampagnen rein auf den kurzfristigen ROAS optimieren, lassen wir die Kunden liegen, die unser Unternehmen langfristig tragen. Nur wenn wir den Customer Lifetime Value in die Gebotsstrategie der KI einfließen lassen, wird Marketing von einem Kostenfaktor zu einem messbaren Hebel für den Unternehmenswert.

    Prozessverständnis als Performance-Hebel

    Ein strategische versierter PPC Berater sieht das Marketing nicht als isolierte Insel, sondern als Teil der gesamten Wertschöpfungskette. Die beste Kampagne macht keinen Sinn, wenn internen Prozesse nicht dazu passen.

    1. Bestandsmanagement & Supply Chain Ein strategischer PPC-Manager behält die Lieferkette im Blick: Wenn die KI einen Bestseller pusht, dessen Wiederbeschaffungszeit mehrere Wochen beträgt, drosselt er die Kampagnen proaktiv vor einem drohenden „Stockout“. So wird verhindert, dass der Algorithmus durch mangelnde Verfügbarkeit wertvolle Daten verliert oder die Marge durch teure Not-Nachbestellungen aufgefressen wird.
    2. Lead-to-Cash & Vertriebskapazität Im B2B-Bereich zählt nicht das reine Klickvolumen, sondern die Verarbeitungsfähigkeit des Vertriebs: Überlastet eine Flut an Leads den Sales-Prozess, steuert der Berater gegen, indem er die Qualifizierungshürden – etwa durch detailliertere Formulare – erhöht. Er optimiert die Kampagnen somit auf die tatsächliche Kapazität des Unternehmens statt auf das bloße Maximum der Werbeplattform.
    3. Fulfillment & Logistik-Effizienz Die Effizienz im Lager entscheidet oft über den langfristigen Kampagnenerfolg: Werden aggressive Aktionen ohne Rücksprache mit der Logistik gestartet, drohen Lieferverzug und negative Bewertungen, die künftige Conversion-Raten ruinieren. Der strategische Manager synchronisiert Marketing-Peaks daher eng mit der Lagerkapazität, damit ein kurzfristiger Peak nicht zu einer operativen Blockade führt.

    Eine KI kann Kampagnen effizient aussteuern, aber sie weiß nicht, wann unsere Logistik an ihre Grenzen stößt oder wie lange unser Vertrieb braucht, um einen Lead abzuschließen. Meine Aufgabe ist es, die Marketing-Steuerung mit unseren internen Kapazitäten und Durchlaufzeiten zu synchronisieren, damit Wachstum nicht im Chaos endet, sondern profitabel skalierbar bleibt.

    1. Daten-Hoheit & Signal-Strategie (Das „Futter“ für die KI)

    Eine KI ist nur so intelligent wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird („Garbage in, Garbage out“). Früher war technisches Tracking eine Aufgabe für die IT, heute ist es die Kernkompetenz des PPC-Managers.

    • First-Party Data Management: In einer Welt ohne Third-Party-Cookies muss der PPC-Manager verstehen, wie man eigene Kundendaten (CRM, Newsletter) datenschutzkonform nutzt, um die KI zu trainieren.
    • Offline-Conversion-Tracking: Der Manager muss Wege finden, Daten aus der „echten Welt“ (Ladenbesuche, Telefonabschlüsse, tatsächliche Verkäufe nach Retouren) zurück in das Werbesystem zu spielen.
    • Signal-Priorisierung: Statt der KI einfach „alle Conversions“ zu geben, entscheidet der Stratege, welche Signale (z. B. Warenkorbwert über 100 €, Newsletter-Abo mit hoher Lead-Qualität) am wertvollsten sind.

    „Die KI entscheidet, wem sie die Anzeige zeigt, aber ich entscheide, mit welchen Erfolgsmetriken sie lernt. Wer der KI die falschen Ziele gibt, verbrennt Geld mit chirurgischer Präzision.“

    2. Creative Strategy & Psychologische Resonanz

    Wenn die KI das Targeting übernimmt (Broad Targeting), wird das Werbemittel (Creative) zum eigentlichen Filter. Der PPC-Manager wird zum „Creative Director mit Datenbrille“.

    • Vom Klick-Optimierer zum Hook-Experten: Der Fokus verschiebt sich darauf, warum Menschen auf Anzeigen reagieren. Welche psychologischen Trigger (Social Proof, Verknappung, Problemlösung) funktionieren bei welcher Zielgruppe?
    • Iteratives Testing-Framework: Statt A/B-Tests von Button-Farben steuert der Manager groß angelegte Tests von Botschaften und Winkeln (Angles). Er analysiert Video-Retention-Kurven, um zu verstehen, an welcher Stelle die Aufmerksamkeit abbricht.
    • Brand Voice vs. KI-Einheitsbrei: Während KI Texte generieren kann, stellt der Manager sicher, dass die Marke eine Seele behält und sich vom generischen KI-Content der Konkurrenz abhebt.

    Die Maschine findet das Publikum, aber der Mensch findet die Worte, die dieses Publikum bewegen. Die beste Gebotsstrategie der Welt rettet kein schlechtes Angebot und kein langweiliges Video.

    3. Tech-Stack-Orchestrierung & Automatisierung

    Der moderne PPC-Manager muss kein Software-Entwickler sein, aber er muss verstehen, wie Tools miteinander sprechen (Middleware).

    • No-Code & Automatisierung: Kenntnisse in Tools wie Zapier, Make oder einfachen Google Ads Scripts sind essenziell, um manuelle Brücken zwischen CRM, Shop und Werbeplattform zu bauen.
    • Attributions-Verständnis: Da Customer Journeys immer komplexer werden, muss der Manager verstehen, wie die KI-Modelle (Data-Driven Attribution) funktionieren, um die Ergebnisse dem Management gegenüber richtig zu interpretieren.
    • KI-Tool-Curator: Er muss entscheiden, welche neuen KI-Tools (z. B. für Bildgenerierung, Copywriting oder Konkurrenzanalyse) den Workflow effizienter machen und welche nur Ablenkung sind.

    Mein Job ist es nicht mehr, Gebote manuell zu ändern. Mein Job ist es, das Nervensystem unserer Marketing-Technologie so zu vernetzen, dass die KI keine blinden Flecken hat.

    4. Fazit

    Wer den Sprung vom operativen Handwerk zur strategischen Beratung schafft, wird feststellen, dass sein Marktwert nicht sinkt, sondern explodiert. Unternehmen suchen händeringend nach Menschen, die das „Big Picture“ verstehen und Marketing-Dollar in echten Unternehmenswert verwandeln können.

    Cookie-Einstellungen

    Wir nutzen Cookies, um dein Erlebnis zu verbessern und unsere Dienste zu optimieren. Du kannst wählen, welche Cookies du akzeptieren möchtest. Mehr erfahren