Eine technisch saubere Website ist das Fundament für Erfolg bei Google. Selbst der beste Inhalt bringt nichts, wenn die Technik dahinter Suchmaschinen blockiert oder Nutzer frustriert.
Hier sind 10 aßnahmen, um deine WordPress-Seite auf Vordermann zu bringen.
1. Optimiere die Ladezeit (Core Web Vitals) ⚡
Google erwartet heute nicht nur Geschwindigkeit, sondern eine hervorragende "Page Experience". Die Core Web Vitals sind hier der Maßstab (LCP, CLS und seit März 2024 INP statt FID).
Warum wichtig? Langsame Seiten haben hohe Absprungraten. Jede Sekunde Ladezeit kostet dich Conversions.
Sofort-Maßnahmen:
- Caching: Nutze Plugins wie WP Rocket oder W3 Total Cache. Sie speichern statische Versionen deiner Seite, statt sie jedes Mal neu zu generieren.
- Code-Minimierung: Entferne überflüssige Leerzeichen und Kommentare aus CSS/JS-Dateien (Option in den meisten Caching-Plugins).
- Hosting: Ein billiges Shared Hosting ist oft der größte Flaschenhals. Wechsel zu einem spezialisierten WordPress-Hoster (z. B. Raidboxes, Kinsta, SiteGround).
2. Mobile-Only: Perfektioniere die mobile Ansicht 📱
Es gibt kein "Mobile-First" mehr – wir leben in einer "Mobile-Only"-Welt. Google indexiert und rankt fast ausschließlich die mobile Version deiner Website.
Die Realität: Wenn deine Seite auf dem Desktop hübsch, aber auf dem Handy unbedienbar ist, hast du ein SEO-Problem.
Checkliste:
- Nutze ein voll responsives Theme.
- Vermeide Elemente, die mobil stören (z. B. bildschirmfüllende Pop-ups, die sich nicht schließen lassen).
- Prüfe die Tipp-Ziele: Buttons und Links müssen groß genug für Finger sein.
- Teste deine Seite regelmäßig in der Google Search Console unter "Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten".
3. SEO-freundliche URLs (Permalinks) 🔗
Kryptische URLs wie deineseite.de/?p=123 sind ein Relikt der Vergangenheit.
Best Practice:
- Stelle die Permalinks in WordPress auf „Beitragsname“.
- Struktur:
deineseite.de/thema-des-artikels. - Halte URLs kurz, nutze Bindestriche zur Worttrennung und integriere das Haupt-Keyword.
- Vermeide: Datum in der URL (es sei denn, du bist eine News-Seite) – das lässt Inhalte schnell veraltet wirken.
4. XML-Sitemap: Die Landkarte für Google 🗺️
Eine Sitemap hilft Google, neue Inhalte schneller zu finden und die Struktur deiner Seite zu verstehen.
So geht’s:
- WordPress (ab Version 5.5) erstellt native Sitemaps, aber diese sind sehr basisch.
- Besser: Nutze SEO-Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math. Diese schließen automatisch unwichtige Seiten (wie Tags, Autoren-Archive oder die "Danke"-Seite) aus, um das Crawling-Budget zu schonen.
- Reiche die URL (meist
deinedomain.de/sitemap_index.xml) aktiv in der Google Search Console ein.
5. robots.txt: Der Türsteher deiner Website 🗂️
Diese kleine Textdatei steuert, was Suchmaschinen-Bots dürfen und was nicht. Ein kleiner Fehler hier kann deine gesamte Seite aus dem Index werfen.
Wichtig:
- Standardmäßig ist WordPress gut konfiguriert.
- Prüfe via
deinedomain.de/robots.txt. - Achte darauf, dass kein
Disallow: /vorhanden ist (außer auf Staging-Seiten). - Blockiere keine CSS- oder JS-Ressourcen – Google muss die Seite "sehen" können wie ein echter Nutzer, um das Layout zu bewerten.
6. HTTPS & HTTP/2 (SSL-Verschlüsselung) 🔒
Sicherheit ist ein Vertrauenssignal und ein offizieller Rankingfaktor. Browser wie Chrome markieren unverschlüsselte Seiten mittlerweile als "Nicht sicher".
Umsetzung:
- Aktiviere ein (meist kostenloses) Let’s Encrypt Zertifikat bei deinem Hoster.
- Nutze Plugins wie Really Simple SSL, um "Mixed Content"-Fehler (gemischte Inhalte) zu beheben.
- Pro-Tipp: Achte darauf, dass dein Hoster das neuere Protokoll HTTP/2 oder sogar HTTP/3 unterstützt – das beschleunigt die Datenübertragung bei HTTPS enorm.
7. Strukturierte Daten (Schema Markup) 🗃️
Hilf Google, deine Inhalte zu verstehen. Mit Schema.org-Daten kannst du "Rich Snippets" (Sterne-Bewertungen, FAQ-Boxen, Preis-Angaben) in den Suchergebnissen erzeugen.
Der Vorteil: Rich Snippets nehmen mehr Platz ein und ziehen den Blick auf sich → höhere Klickrate (CTR).
Tools: Die meisten SEO-Plugins bieten Basis-Schema (Artikel, Person). Für Spezielles (Rezepte, Events, Reviews) gibt es Plugins wie Schema & Structured Data for WP.
8. Canonical Tags gegen Duplicate Content 👯
WordPress generiert oft viele URLs für denselben Inhalt (z. B. durch Kategorien, Tags oder Druckversionen). Das verwirrt Google ("Welche Seite soll ranken?").
Die Lösung: Der Canonical Tag <link rel="canonical" ... /> zeigt auf das "Original".
Automatisch: Moderne SEO-Plugins setzen auf jeder Seite automatisch einen selbstreferenzierenden Canonical Tag. Das schützt dich vor Problemen, wenn andere Websites deine Inhalte klauen oder Parameter an deine URL angehängt werden (z.B. durch Tracking-Links).
9. Bilder-SEO: Next-Gen Formate & Kompression 📷
Bilder sind oft die größten Dateien auf einer Seite.
Optimierungsschritte:
- Dateigröße: Komprimiere Bilder vor dem Upload oder nutze Plugins wie ShortPixel oder EWWW Image Optimizer.
- Format: Verabschiede dich von reinem JPG/PNG. Nutze WebP oder das noch effizientere AVIF-Format.
- Lazy Loading: Sorge dafür, dass Bilder erst laden, wenn der Nutzer zu ihnen scrollt (in WordPress inzwischen Standard, aber oft durch Themes/Plugins verbessert).
- Alt-Tags: Beschreibe immer, was auf dem Bild zu sehen ist – wichtig für Barrierefreiheit und die Google-Bildersuche.
10. 404-Fehler & 301-Weiterleitungen 🔄
Tote Links sind Sackgassen für Nutzer und Bots.
Vermeidung:
- Wenn du eine URL änderst oder einen Artikel löschst, richte immer eine 301-Weiterleitung (Permanent Redirect) auf das neue oder ein thematisch passendes Ziel ein.
- Soft-404 vermeiden: Leite gelöschte Inhalte nicht einfach stumpf auf die Startseite um. Das verwirrt Google. Zeige lieber eine hilfreiche, benutzerdefinierte 404-Seite mit Suchfunktion an.
Tool-Tipp: Das Plugin Redirection ist kostenlos und protokolliert 404-Fehler, damit du sie schnell beheben kannst.
Fazit
Technisches SEO wirkt oft einschüchternd, ist aber mit WordPress und den richtigen Plugins gut beherrschbar. Beginne mit den Core Web Vitals (Speed) und der Mobile-Optimierung – das sind die größten Hebel. Wenn die Technik stimmt, kann dein Content sein volles Potenzial entfalten.
