Kampagnentracking mit Google Analytics
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    Kampagnentracking mit Google Analytics

    Alex Sperber7 Min. Lesezeit

    Du schaltest wahrscheinlich Kampagnen auf diversen Kanälen – von Google Ads über Meta (Facebook/Instagram) bis hin zu E-Mail-Newslettern. Doch woher weißt du am Ende des Tages, welche Kampagne wirklich kaufbereite Besucher auf deine Website bringt und welche nur Budget verbrennt? Hier kommt das Kampagnentracking ins Spiel. Ohne sauberes Tracking ist deine Website für Google Analytics eine "Black Box". Analytics sieht zwar, dass Besucher kommen, ordnet diese aber oft falsch zu (z. B. als "Direct" oder allgemeiner Verweis), wenn sie aus einem Newsletter oder einer Social-Media-App kommen.

    In diesem Guide zeige ich dir, wie du mittels UTM-Parametern Licht ins Dunkel bringst und deine Marketing-Budgets endlich datenbasiert steuerst.

    1. Was ist Kampagnentracking und warum ist es unverzichtbar?

    Unter Kampagnentracking versteht man das Markieren von Links mit speziellen Zusätzen (Parametern). Stell dir vor, du klebst auf jeden Link, den du im Internet verteilst, ein digitales Etikett. Wenn ein Nutzer auf diesen Link klickt, liest Google Analytics dieses Etikett und weiß sofort: "Aha, dieser Besucher kommt aus dem Sommer-Newsletter, Button oben rechts."

    Das Problem ohne Tracking: Ohne diese Markierung wirft Google Analytics viele Zugriffe in einen Topf. Klicks aus einer E-Mail-App oder einer geschlossenen Social-Media-App (Dark Social) werden oft fälschlicherweise als Direct Traffic ((direct) / (none)) klassifiziert.

    Der Vorteil mit Tracking: Du schaffst Transparenz. Du kannst präzise sagen:

    • Der LinkedIn-Post vom Dienstag hat 5 Leads gebracht.
    • Der Facebook-Post hat zwar viele Klicks, aber keine Käufe generiert.
    • Der Newsletter ist für 20 % des monatlichen Umsatzes verantwortlich.

    Nur mit diesem Wissen kannst du Budgets von schlechten Kampagnen abziehen und in die Gewinner investieren.

    2. Die Anatomie der UTM-Parameter

    Das technische Herzstück sind die UTM-Parameter (Urchin Tracking Module). Du hängst sie einfach an deine Ziel-URL an.

    In Google Analytics 4 (GA4) gibt es eine Vielzahl möglicher Parameter, aber in 95 % der Fälle reichen die folgenden fünf (davon sind die ersten drei Pflicht!):

    ParameterFunktionBeispiel
    utm_source (Pflicht)Die Quelle: Woher kommt der Besucher? (Plattform, Vendor)google, facebook, newsletter_mai
    utm_medium (Pflicht)Das Medium: Wie kommt er zu dir? (Marketing-Kanal)cpc, email, social, organic
    utm_campaign (Pflicht)Der Kampagnen-Name: Worum geht es? (Produkt, Saison, Motto)sommersale_2026, black_friday
    utm_content (Optional)Der Inhalt: Unterscheidung von Links im gleichen Medium.cta_button_top, textlink, video_ad_bu
    utm_term (Optional)Der Begriff: Meist für Keywords bei bezahlter Suche (außerhalb von Google Ads).laufschuhe+rot
    utm_id (Pro-Tipp)Die ID: Wichtig für den Datenimport in GA4 (Kostenimport).fb_123456789

    So sieht ein fertiger Link aus:

    https://www.deine-seite.de/angebot?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=sommersale&utm_content=video_variante_a
    

    GA4 liest daraus:

    • Quelle: facebook
    • Medium: social
    • Kampagne: sommersale
    • Inhalt: video_variante_a

    Niemand tippt diese langen URL-Ketten von Hand. Das ist fehleranfällig und nervig. Nutze stattdessen Tools.

    A. Der Google Campaign URL Builder

    Das Standard-Tool von Google. Kostenlos und webbasiert.

    1. Gehe auf den Campaign URL Builder.
    2. Trage deine Ziel-URL und die Parameter ein.
    3. Kopiere den fertig generierten Link.

    B. Spreadsheets (Für Teams & Profis)

    Wenn du im Team arbeitest, empfehle ich dringend ein Google Sheet oder Excel-Dokument.

    Warum? Damit jeder im Team dieselben Schreibweisen nutzt (email vs. E-Mail vs. Newsletter). Inkonsistenz ist der Feind sauberer Daten! Baut euch eine Formel, die den Link automatisch generiert.

    C. Chrome Extensions

    Erweiterungen wie Google Analytics URL Builder erlauben dir, Links direkt im Browser zu erstellen, während du auf der Zielseite bist.

    Wichtig: UTM-Parameter gehören nur auf externe Links! Verwende sie niemals für Links innerhalb deiner eigenen Website (z. B. vom Blog zum Shop). Das würde eine neue Sitzung starten und die ursprüngliche Quelle (z. B. Google Ads) überschreiben.

    4. Integration: Google Ads & Google Analytics 4

    Die gute Nachricht für alle Google Ads Nutzer: Hier brauchst du keine manuellen UTM-Parameter.

    Google bietet eine Funktion namens Auto-Tagging. Dabei hängt Google automatisch eine ID (gclid) an den Link. GA4 entschlüsselt diese ID und zieht sich wesentlich mehr Daten, als du manuell je erfassen könntest (z. B. Suchanfrage, Anzeigengruppe, Match-Type).

    So richtest du es ein:

    1. Verknüpfung: Gehe in GA4 auf Verwaltung > Produktverknüpfungen > Google Ads und verbinde die Konten.
    2. Auto-Tagging: Prüfe in deinem Google Ads Konto unter Einstellungen > Kontoeinstellungen, ob "Automatisches Tagging" aktiviert ist.

    Vorteile:

    • Datenkonsistenz zwischen Ads und Analytics.
    • Import von Conversions aus GA4 zurück in Google Ads zur Gebotsoptimierung.
    • Erstellung von Remarketing-Zielgruppen basierend auf Analytics-Verhalten.

    Hinweis: Wenn du Auto-Tagging nutzt, ignoriert GA4 manuelle UTM-Parameter für Google Ads Klicks (außer du erzwingst es anders, was nicht empfohlen wird).

    5. Analyse: Kampagnen in GA4 richtig auswerten

    Die Daten laufen ein – aber wo findest du sie? In GA4 gibt es drei Hauptbereiche:

    1. Der Bericht "Neu generierte Zugriffe" (User Acquisition)

    Pfad: Berichte > Akquisition > Neu generierte Zugriffe Hier siehst du, über welche Kampagne ein Nutzer zum allerersten Mal auf deine Seite kam (First User Source). Wichtig für Neukunden-Marketing.

    2. Der Bericht "Traffic-Akquisition" (Traffic Acquisition)

    Pfad: Berichte > Akquisition > Traffic-Akquisition Hier siehst du die Quelle der aktuellen Sitzung. Das ist der Standard für die Kampagnenauswertung.

    • Stelle die Primärdimension auf "Sitzung Quelle/Medium".
    • Klicke auf das blaue Plus (+) neben der Spalte und füge "Sitzung Kampagne" hinzu.

    3. Der Bereich "Werbung" (Advertising Workspace)

    Pfad: Werbung (im linken Menü) Dieser Bereich wird oft übersehen, ist aber Gold wert. Unter Attribution > Conversion-Pfade siehst du, wie verschiedene Kampagnen zusammenspielen (z. B. Erstkontakt über Facebook, Kauf später über Google Ads).

    6. Best Practices: So bleiben deine Daten sauber

    Damit dein Analytics-Konto nicht im Chaos versinkt, beachte diese Regeln:

    • Kleinschreibung ist Pflicht: GA4 unterscheidet zwischen Email und email. Entscheide dich für immer alles kleinschreiben.
    • Standardisiere deine Medien: Nutze die Standard-Kanäle von Google, damit GA4 den Traffic richtig gruppieren kann (Default Channel Grouping).
      • Nutze email für Newsletter.
      • Nutze social (nicht fb oder insta) als Medium für organische Posts.
      • Nutze cpc oder paid_social für bezahlte Anzeigen.
    • Keine Leerzeichen: Nutze Unterstriche (_) oder Bindestriche (-). URLs mögen keine Leerzeichen (sommer kampagne wird zu sommer%20kampagne – hässlich und fehleranfällig).
    • Sprechende Namen: utm_campaign=c1 sagt dir in einem Jahr nichts mehr. utm_campaign=sommersale_2026 schon.

    7. Häufige Fehler (und wie du sie vermeidest)

    Hier sind die Stolpersteine, die ich in Agentur-Audits immer wieder sehe:

    ❌ Fehler 1: Source und Medium verwechseln

    • Falsch: utm_source=email & utm_medium=newsletter
    • Richtig: utm_source=newsletter_juni & utm_medium=email
    • Merke: Medium ist der breite Kanal (Wie?), Source ist der spezifische Absender (Wer?).

    Ich wiederhole es, weil es so wichtig ist: Tagge niemals Banner auf deiner Startseite, die auf deine Produktseite verlinken, mit UTMs. Du zerschießt dir damit die Attribution des ursprünglichen Besuchers.

    ❌ Fehler 3: (not set) ignorieren

    Wenn du in deinen Berichten viel (not set) bei Kampagnen siehst, hast du ein Problem. Entweder fehlen Parameter, die Syntax ist falsch (utm_camapign statt utm_campaign) oder die Verknüpfung zu Google Ads ist unterbrochen.

    ❌ Fehler 4: Sensible Daten in der URL

    Schreibe niemals Namen, E-Mail-Adressen oder interne Projektdetails in UTM-Parameter. Diese sind für jeden in der Browser-Adreesszeile sichtbar!

    8. Fazit

    Kampagnentracking ist der Unterschied zwischen "Ich glaube, das funktioniert" und "Ich weiß, dass es funktioniert".

    Es erfordert am Anfang Disziplin, jeden Link im Newsletter oder auf Social Media konsequent zu taggen. Aber der Aufwand zahlt sich aus. Du erhältst klare Daten, kannst dein Budget effizienter einsetzen und gegenüber Kunden oder Vorgesetzten genau belegen, welchen ROI deine Arbeit liefert.

    Dein nächster Schritt:

    • Erstelle dir heute noch ein Lesezeichen für den Google Campaign URL Builder oder lege ein "UTM-Master-Sheet" für dein Team an.

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